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05
Aug

Tarifvertrag landwirtschaft thüringen 2018

Tabelle 7 zeigt die wichtigsten Gewerkschaftsorganisationen im Agrarsektor in den untersuchten Ländern. Es gibt eine Vielzahl von Mustern der gewerkschaftlichen Vertretung von Landarbeitern, die häufig breitere nationale Muster widerspiegeln, aber mit einigen sektorspezifischen Merkmalen. So: Im Allgemeinen hängt der Mechanisierungsgrad in der Landwirtschaft eng mit der Größe des Betriebs zusammen; in der Regel verfügen die Landwirte in Ländern, in denen die durchschnittliche landwirtschaftliche Fläche pro Betrieb klein ist, nicht über die finanziellen Mittel, die für den Kauf großer landwirtschaftlicher Maschinen erforderlich sind. Für bestimmte Tätigkeiten können sie auf Unternehmen zurückgreifen, die auf landwirtschaftliche Dienstleistungen spezialisiert sind. Angesichts des Niedriglohnstatus des Sektors dürfte die Regulierung der Mindestlöhne in der Landwirtschaft von Bedeutung sein – siehe Tabelle 6 unten. Von den 26 Ländern, die gegenstanddieser Studie sind, haben 18 eine Form des gesetzlichen nationalen Mindestlohns (TN0507101S), der in allen Fällen für die Landwirtschaft in gleicher Weise gilt wie für andere Sektoren. Irland, Malta und das Vereinigte Königreich verfügen über einen spezifischen gesetzlichen Mechanismus zur Festlegung von Mindestlöhnen (und anderen Beschäftigungsbedingungen) in der Landwirtschaft. In Irland und im Vereinigten Königreich gingen diese Mechanismen der relativ jüngsten Einführung eines nationalen Mindestlohns voraus, und im ersten Fall scheint der spezifische Agrarsatz durch den nationalen Mindestlohn übertroffen worden zu sein. In vielen Fällen legen branchen- oder teilsektorale Tarifverträge (siehe unten unter “Kollektivverhandlungen”) zusätzlich zu den gesetzlichen nationalen Mindestlöhnen (in der Regel) höhere Mindestanforderungen fest – Beispiele hierfür sind Belgien, Frankreich, die Niederlande, die Slowakei, Slowenien und Spanien. Darüber hinaus spielen in den acht Ländern ohne nationalen Mindestlohn – Österreich, Zypern, Dänemark, Finnland, Deutschland, Italien, Norwegen und Schweden – sektorale oder subsektorale Tarifverträge (mit unterschiedlichem Deckungsgrad) die Hauptrolle bei der Regelung des Mindestlohns. Wo Daten vorliegen, so scheint es im allgemeinen, daß die tariflich vereinbarten Mindestlöhne in der Landwirtschaft unter dem Durchschnitt liegen, der durch Vereinbarungen in anderen Sektoren festgelegt wird – Beispiele hierfür sind Österreich, Deutschland, Italien, Norwegen und Schweden -, obwohl von Dänemark nur geringe Unterschiede gemeldet werden.

In einigen Fällen, wie Belgien, Norwegen und dem Vereinigten Königreich, sind die Mindestsätze für Saisonarbeiter niedriger als für Langzeitbeschäftigte. In diesem Abschnitt betrachten wir die Sozialpartnerorganisationen im Agrarsektor – Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen. In vielen Fällen gibt es jedoch keine klare Abgrenzung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden in der Landwirtschaft. Viele Berufsverbände der Landwirte fördern Interessen, die in anderen Sektoren von den Gewerkschaften verteidigt werden. Dies spiegelt die Prävalenz der Selbständigkeit in diesem Sektor wider, wobei die Beschäftigten in den meisten Ländern in der Minderheit sind. In diesem Abschnitt wird daher versucht, zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen zu unterscheiden, doch gibt es in einigen Ländern eine gewisse Überschneidung. Der größte Teil des Unterschieds zwischen der durchschnittlichen nationalen Produktivität und der Produktivität in der Landwirtschaft hat strukturelle Ursachen.